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(In diesem Text
erfahren Sie, wie Wesen über Quantensprünge ihren freien Willen ausüben
und wie zwei Wesen dies gemeinsam tun.
Außerdem wird der Gedanke aufgeworfen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass
alle Wesen die gleiche Wirklichkeit erleben.)
Die Raytracia-Menschen geben sich große Mühe zu verstehen, wie das System, in dem sie leben, programmiert ist. Sie fassen das Geschehen in Formeln, die sich auf eine analoge Raumzeit beziehen, d.h. ein Raum, in dem zwischen je zwei Punkten weitere Punkte liegen, egal, wie dicht diese zwei Punkte bereits beisammen sind. Jede Information muss kontinuierliche Wege finden, um irgendwo anzukommen. Relativ neu ist die Quantentheorie, die sich durch Experimente gut bewährt hat, die aber den Raytracia-Physikern einige Rätsel aufgibt.
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Für alle,
die zufällig über Suchrechner auf dieser Seite gelandete sind: Es handelt sich um einen "Sciencefiction-Roman ohne
Handlung", der sich mit dem Thema befasst, dass auch alles ganz anders
sein könnte, als man es in der Schule gelernt hat. Was wäre, wenn nicht nur eine Religion,
sondern alle etwas Wahres beschreiben, das wir bisher nur mangels
Verfügbarkeit von Begriffen nicht richtig beschreiben konnten? Die Schöpfung war Programmierung. Die Naturgesetze sind ein Computerprogramm. Die Menschen sind die Spielfiguren. Aber wir sind nicht die Spielfiguren, sondern die Spieler. Das System generiert für die Spieler die Illusion, sich in einer dreidimensionalen Welt zu befinden, indem es Wege und Interaktionen von Elementarteilchen berechnet. |
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Einige wesentliche Aussagen der Quantentheorie sind folgende:
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Energie tritt in kleinsten Einheiten, den Quanten,
auf. |
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Einige Vorgänge finden entweder gar nicht oder erst unter Beteiligung einer gewissen Mindestmenge an Energie statt. Elektronen geben beim Umrunden des Atomskerns nicht ständig Strahlung von sich. Sie können aber unter Abgabe oder Aufnahme eines Energiepaketes in eine andere Umlaufbahn springen, d.h. sie nehmen nur einige wenige, deutlich unterschiedene Energieniveaus an. |
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Das gesamte physikalische Geschehen lässt sich durch
Interaktionen von kleinsten Materie- und Energieteilchen verstehen, auch das
Wirken von Kraftfeldern. |
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Von Teilchen mit einer Ladung, z.B. einer negativen elektrischen Ladung, geht ein Kraftfeld aus, in dem andere Teilchen mit einer positiven oder negativen Ladung ihre Richtung wechseln. Natürlich geht auch von dem anderen Teilchen ein Kraftfeld aus, das auf das erste einwirkt. Auch dieses ändert seine Richtung. Zwei Elektronen stoßen sich z.B. gegenseitig ab. Da beide Richtungsänderungen nicht kontinuierlich, sondern unter Übertragung von Energiepaketen vor sich gehen, kann man den Vorgang so deuten, dass ein Teilchen dem anderen ein Energieteilchen zugeschickt hat. Beim Absenden hat das erste Teilchen seine Richtung geändert, beim Empfangen tut es das zweite. |
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Auch Licht kann als Teilchen aufgefasst werden, ist
aber gleichzeitig Welle. |
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Licht ist das Teilchen, das in elektrischen und magnetischen Feldern Energie überträgt. Als Teilchen bewegt es sich von einem Materieteilchen zum anderen. Licht breitet sich aber auch als Welle von einem Punkt in alle Richtungen aus. Wenn es gezwungen wird, zwischen zwei sehr schmalen Spalten hindurchzugehen, bildet sich dahinter ein Interferenzmuster der Wellenberge und -täler, wie man es auch in Wasser beobachten kann. Man kann diese Erscheinung sehen, wenn das Licht auf eine Wand fällt. |
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Auch dort, wo es sich nur um ein einzelnes
Lichtteilchen handelt, lassen sich Interferenzen einer Welle erzeugen. |
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Man wird natürlich zunächst annehmen, dass die Interferenz durch die Überlagerung von Wellen mehrerer Lichtteilchen entsteht, von denen einige durch den einen, andere durch den anderen Spalt gegangen sind. Wenn man die Aussendung von Licht aber derartig reduziert, dass immer nur ein Teilchen gleichzeitig unterwegs ist, erzeugt jedes Teilchen einen hellen Punkt auf der Wand. Alle Punkte zusammen ergeben immer noch ein Wellenmuster, d.h. an bestimmten Stellen kommen viele, an anderen weniger oder gar keine Teilchen an. Die Welle jedes einzelnen Lichtteilchens interferiert also mit sich selbst. |
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Ein Lichtteilchen kann mehrere Wege gleichzeitig
nehmen und sich an mehreren Orten gleichzeitig aufhalten. |
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Irgendeine Veränderung der Raumstruktur muss also von der Lichtquelle breitflächig ausgegangen sein. Wenn man versucht zu messen, durch welchen Spalt jedes Lichtteilchen nun wirklich gegangen ist, verschwindet die Interferenz. Die Ankunftsorte häufen sich dann hinter den Spalten. Das gleiche geschieht, wenn man mal den einen, mal den anderen Spalt schließt, zu dem Zeitpunkt, in dem das Teilchen den Spalt passieren müsste. Etwas, das mit dem Lichtteilchen zusammenhängt, ist also durch beide Spalte gleichzeitig gegangen. |
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Das Lichtteilchen kommt an einem konkreten Ort an.
Die Welle ist dann nicht mehr relevant. |
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Jedes Lichtteilchen hat, einen als Punkt zu erkennenden Ankunftsort auf der Wand. Eine Welle ist nur erkennbar, wenn man die Ankunftsorte mehrerer Lichtteilchen kennt. Die Welle ist ein Hilfsmittel, um die Häufigkeitsverteilung der Ankunftsorte zu berechnen. Eine Lichtquelle kann zwar ein Teilchen aussenden, das als Welle durch zwei Spalte gleichzeitig geht, aber seine Wirkung trotzdem nur an einem Ort erzielt. Nach der Ankunft ist die Welle dieses Teilchens nicht mehr relevant. Aufgrund der Welle kann an keinem anderen Ort, den die Welle erreicht hat, eine Wirkung eintreten. Die Information über das Unwirksamwerden der Welle müsste sich unter Umständen mit mehr als Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, da die Welle schon sehr weit entfernte Orte erreicht haben kann. Das widerspricht den Vorstellungen der Physiker in Raytracia über Kausalität. |
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Nicht nur Licht ist eine Welle und Teilchen, sondern
auch Materie. |
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Man kann auch ein entsprechendes Experiment mit Elektronen machen, die durch zwei Spalte gelenkt werden. Auch sie rufen bei Ankunft jeweils an einer Stelle eine Wirkung hervor, wobei sich die Ankunftsorte wellenförmig verteilen. Materie hat also wie Licht Wellen- und Teilchencharakter. Interferenzbildung ist sogar schon mit Teilchen gelungen, die aus mehreren Elementarteilchen bestehen. |
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Einige physikalische Größen der Elementarteilchen
lassen sich nicht genau bestimmen. Je genauer man die eine misst, desto
ungenauer kann man die andere erkennen. |
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Um Impuls und Aufenthaltsort eines Elektrons zu ermitteln, muss man das Elektron z.B. mit Lichtteilchen beschießen, d.h. man stört es in seiner Bewegung. Abhängig davon, wie man das Experiment aufbaut, erhält man genauere Information über den Aufenthaltsort oder über den Impuls. Beides erfährt man nie gleichzeitig mit höchster Genauigkeit, da man bei der Messung darauf angewiesen ist, das Teilchen mit einem anderen interagieren zu lassen, wobei es die zu messenden Eigenschaften ändert. Bei der Bestimmung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Teilchen dem Messergebnis nach eine Eigenschaft hat, spielt wieder die Wellenfunktion eine Rolle. |
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Auch der Zerfall eines Teilchens in einem gewissen
Zeitintervall lässt sich nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
voraussagen. |
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Der Zerfall eines Teilchens in mehrere andere unter Abgabe eines Energiepaketes ist ein Quantenereignis, für das sich, je nach Art des Teilchens, eine Wahrscheinlichkeit angeben lässt. Ausgedrückt wird dieser Sachverhalt durch die Halbwertszeit, d.h. die Zeitspanne, nach der man erwartet, dass die Hälfte der Teilchen zerfallen ist. Wahrscheinlichkeiten in Zusammenhang mit Zerfallsereignissen lassen sich nach den gleichen Prinzipien mithilfe von Wellenfunktionen berechnen. |
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Die zufällig erscheinenden Ereignisse lassen sich
nicht auf verborgene Eigenschaften der Teilchen zurückführen. |
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Wenn uns ein Ereignis "zufällig" vorkommt, nehmen wir meistens an, dass es eine verborgene oder eine sehr komplexe Ursache gibt, die wir nicht durchschauen. Beim Teilchenzerfall können die Zerfallsprodukte mit so hoher Geschwindigkeit auseinander fliegen, dass sie sich unter Einhaltung der Lichtgeschwindigkeit untereinander keine Informationen mehr zusenden können. Man kann nun an beiden Messungen bestimmter Eigenschaften vornehmen, wobei die erste Messung die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, bei der Messung an dem anderen Teilchen ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Durch Verständigung der Teilchen nach der ersten Messung kann das nicht erklärt werden, da die zweite Messung vorgenommen wird, bevor die Information über das erste Ergebnis angekommen sein kann. Wenn man versucht, die Zwischenabhängigkeit damit zu erklären, dass die Teilchen schon beim Zerfall mit irgendeiner verborgenen Eigenschaft ausgestattet wurden, die zu derartig zusammenhängenden Messergebnissen führen kann, kommt man zu einer anderen Wahrscheinlichkeit für den Zusammenhang als ihn die Quantentheorie voraussagt. Durch Experimente sind die durch die Quantentheorie mithilfe ihrer Wellenformel vorausgesagten Wahrscheinlichkeiten bestätigt worden. Es handelt sich also um "echten Zufall". |
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Die Alternativen, zwischen denen der Zufall wählen kann,
überlagern sich einschließlich aller ihren Folgeerscheinungen. |
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Ein Teilchen nimmt durch Zufall bestimmt den Weg durch einen von zwei Spalten und trifft dann auf etwas, das seine eigenen Aufenthaltsorte sein könnten, wenn es durch den anderen Spalt gegangen wäre. Die eine Variante der Welt, in der das Teilchen durch den linken Spalt ging überlagert sich also mit der Variante, in der es den rechten Spalt nimmt. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreffen an einer bestimmten Stelle der dahinter liegenden Wand berechnet sich aus den sich überlagernden Wellen. Bei anderen zufälligen Quantenereignissen gibt es ähnliche, wenn auch schwerer vorstellbare Wellen und ihre Interferenzen, auch beim Teilchenzerfall. Die Zerfallsprodukte entstehen nur unter der Voraussetzung, dass es tatsächlich zum Zerfall kommt. Dann reagieren sie mit anderen Teilchen, die sonst von ihnen unbehelligt blieben. Dafür kann man neue Wahrscheinlichkeiten berechnen und auch für die Reaktionen der beteiligten Teilchen mit weiteren Teilchen, usw. usw. Den Physikern ist keine Größenbeschränkung bekannt, ab der es nicht mehr zu Folgeerscheinungen der Zufälle kommt. Geordnete Interferenzen der sich überlagernden Wirklichkeiten beobachtet man nur im sehr kleinen Bereich, in größeren Dimensionen erscheint uns die Welt eindeutiger. Spaltet die Welt sich auf, wenn wir die Auswirkungen eines Quantensprungs in die Größenordnungen unserer Alltagswelt eindringen lassen? |
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Gegenargument des Physikers Schrödinger: Dann muss man
sich auch vorstellen können, dass sich eine lebendige und eine tote Katze
überlagern. |
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Der Physiker Schrödinger entwickelte ein Gedankenexperiment: In einer geschlossenen Kiste befinden sich ein Teilchen, das in einer betrachteten Zeitspanne mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % zerfällt, eine Katze und ein Geigerzähler, der bei Registrierung des Teilchenzerfalls einen Mechanismus betätigt, der eine Giftgaskapsel öffnet. Wenn das Teilchen zerfällt, stirbt die Katze am Gift, sonst überlebt sie. Schrödinger verwandte diese Vorstellung als Gegenargument gegen die Möglichkeit sich überlagernder Welten, da er sich nicht vorstellen konnte, wie die Katze diesen Zustand erlebt. Sobald der Versuchsleiter in die Kiste schaut, existiert jedenfalls nur noch ein einziger Zustand der Katze, denn sich überlagernde tote oder lebendige Katzen erleben wir erfahrungsgemäß nicht. |
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Viele-Welten-Theorie: Die Welt spaltet sich in viele
Varianten auf. |
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Unter den Quantenphysikern nehmen die Anhänger der Viele-Welten-Theorie an, dass alles, was durch Quanten-Zufall eintreten kann, tatsächlich in einer separaten Welt realisiert wird. In einer Welt wird eine tote Katze von Lichtteilchen getroffen, die dann das Auge eines Physikers treffen, nachdem er die Kiste geöffnet hat. In einer anderen Welt wird das Auge einer anderen Variante von ihm getroffen von Teilchen, die von einer lebendigen Katze reflektiert wurden. Die Welten teilen sich schon beim Quantensprung und überlagern sich dann noch dort, wo es sich um einfache Strukturen handelt. Bei den komplexeren Strukturen der Folgeerscheinungen ist die Überlagerung so chaotisch, dass wir keinen Zusammenhang mit anderen Welten mehr sehen. Im Vielewelten-Museum können Besucher dies hautnah erleben. ▼▼▼ |
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Kopenhagener Deutung: Die Wahrnehmung durch den
bewussten Beobachter bestimmt, welche Variante zur Realität wird. |
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In einem anderen Lager der Quantenphysiker befinden sich die Anhänger der Kopenhagener Deutung der Quantentheorie, die folgender Vorstellung der Physiker Bohr und Heisenberg folgen: Die Entscheidung über das, was Realität wird, entsteht durch Messen, also durch Hinsehen. Das Quantenereignis wird durch den Versuchsaufbau gezwungen, Folgeerscheinungen zu produzieren, die wir wahrnehmen können. Ein Physiker beschreibt die Welt so, wie er sie vom Bewusstseinszentrum seines Gehirns aus wahrnehmen kann. Lichtteilchen reagieren mit Teilchen der Katze, erreichen die Netzhaut eines Physikers, werden dort in Nervenimpulse verwandelt, die schließlich über einige Nervenzellen das Bewusstseinszentrum des Physikers erreichen. Nur dort muss Eindeutigkeit herrschen. Die Wahrscheinlichkeitsberechnungen geben unseren Wissenstand über die Welt wieder. Ob sich in der Netzhaut oder in den Nervenzellen noch Weltvarianten überlagern, wissen wir nicht. Sie müssten nur alle den gleichen Zustand des Bewusstseinszentrums im Gehirn des Betrachters hervorrufen. |
Soweit die Vorstellungen der in Raytracia lebenden
Physiker. Jetzt geht es weiter mit der Sciencefiction.
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Wie bestimmen zwei bewusste Beobachter gleichzeitig,
was Realität wird? |
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Das Bewusstseinszentrum projiziert also Entscheidungen über das, was seinen aktuellen Zustand hervorgerufen haben kann, an den Nervenzellen über die Netzhaut in die Außenwelt. Was geschieht aber, wenn zwei Physiker die Katze gleichzeitig sehen, Katzenfreund und Katzenfeind? Katzenfreund entscheidet sich für eine lebendige Katze, also ein nicht zerfallenes Teilchen, Katzenfeind will eine tote Katze sehen. Geben wir also beiden wechselseitig die Möglichkeit, einzelne Elementarteilchen in ihrem Bewusstseinszentrum in den Zustand der Eindeutigkeit zu versetzen. Katzenfeind fängt mit einem Teilchen an, das festlegt, dass die Katze sich in der Nähe des Bodens befindet und schränkt damit die weiteren Auswahlmöglichkeiten schon etwas ein. Katzenfreund nimmt eins, das eher auf eine aufrechte Position der Katze, oder mindestens eine höhere Lage eines ihrer Haare hindeutet. Dann ist Katzenfeind wieder an der Reihe. Auf jeden Fall muss eine zusammenhängende Katze dabei herauskommen, dann zu einer zerrissenen Katze führt kein physikalisch gültiger Weg aus der von beiden erinnerten Situation vor dem Verschließen der Kiste. Ergebnis des Spielchens ist natürlich eine schlafende Katze und einige frei im Raum schwebende Katzenhaare aus den ersten Spielzügen von Katzenfreund, denn wenn wir weiterhin an die Wirkung von Naturgesetzen glauben wollen, muss eine Szene entstehen, die über viele Quantensprünge im Gehirn der Katze, in der Luft und in den Nervenzellen der Physiker auf einem von den Naturgesetzen zugelassenen Weg entstanden ist. |
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Welche Rolle spielt die Katze? |
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Nehmen wir an, dass sich eine Neugierige dritte Spielerin mit den beiden Physikern, bzw. den Spielern, die die beiden steuern, verabredet hat, den Zwitterzustand der Katze zu erleben. Sie inkarniert sich in der Katze mit dem festen Vorsatz, während des Experimentes selbst keinen Einfluss zu nehmen. Aber sie findet Gefallen am Katzenleben und trifft in der Nacht vor dem Experiment einen feschen Kater. Um ihn wiederzutreffen, nutzt sie ihre Spielzüge, um in einem zukünftigen Augenblick der Raumzeit Eindeutigkeit in ihrem Bewusstseinszentrum zu schaffen, nämlich um die Wahrnehmung eines Rendezvous mit dem Kater nach dorthin vordringen zu lassen. Jetzt kann die Variante des Teilchenzerfalls nicht mehr Realität werden, da sie sich das Überleben gesichert hat. Das konnte sie machen, da sie gleichberechtigte Spielerin war. |
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Welche Rolle spielen Tiere sonst? |
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Welchen Einfluss können Tiere nehmen, wenn sich kein Spieler in ihnen inkarniert? Es gibt schließlich Tiere mit völlig unterschiedlich ausgeprägtem Bewusstsein, z.B. Affen, Hunde, Schildkröten, Fische, Fliegen, Würmer und Einzeller. Raytracia wurde geschaffen, damit die Menschen als nach dem Ebenbild ihrer Schöpfer entworfene Spielfiguren parat stehen. Tiere werden zwar auch von einer Seele im Seelenraum gesteuert, aber nur um zu erreichen, dass die Anforderungen, die die mit Raytracia-Menschen verbundenen Seelen an das Geschehen haben, umgesetzt werden. Dazu muss im Bewusstseinszentrum der Tiere nicht unbedingt vollständige Eindeutigkeit herrschen. Tierseelen sind sich mehrerer Entwicklungsmöglichkeiten der aktuellen Situation bewusst und bewerten sie nach den Vorgaben, die sie umzusetzen haben. Je schwächer das Bewusstseinszentrum des Tieres ausgeprägt ist, desto mehr ähnelt das Tier einer Gegenstandsseele, deren Zweck nur ist, die von anderen Seelen gewünschte Beteiligung des Tieres am Geschehen sicherzustellen. |
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Zwei Beobachter prüfen nacheinander, ob die Katze
lebt. |
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Menschen haben also beim Projizieren von Realität höhere Priorität als Tiere. Lassen wir also die Katze nicht mehr mitspielen, sondern stellen uns vor, Katzenfeind schaut als erster in die Kiste, verschließt sie wieder und lässt dann Katzenfreund nachsehen. Katzenfeind kann beim Hinschauen eine tote Katze projizieren. Er wird aber nach Verschließen der Kiste sofort durch eine Morddrohung eines ausgerasteten Tierschützers so abgelenkt, dass er das Ergebnis nicht notiert. Durch die Ablenkung enthält sein Bewusstseinzentrum nun keine Vorstellung von der Katze mehr. Das Gedächtnis liegt weiter außen im Gehirn und liefert dem Bewusstseinszentrum keine Erinnerung an die Katze, während Katzenfreund in die Kiste blickt. Katzenfreund hat nun freie Auswahl, da sich im Gedächtnis des Kollegen nun wieder zwei Katzenvarianten überlagern. Er sieht natürlich eine lebende Katze. Als sich die beiden Physiker wiedertreffen, erzählt Katzenfreund dem Kollegen von seinem Sieg. Katzenfeind ist verunsichert und kramt in seinem Gedächtnis. Er meint, er könne schwören, dass die Katze tot war, aber so ganz sicher ist er sich dann doch nicht. Katzenfreund war nämlich so gemein, seine Realität in den gerade nicht erlebten Gedächtnisinhalt des Kollegen hineinzuprojizieren und dort alles zu löschen, was mit Sicherheit auf den Tod der Katze hingedeutet hat. Wirklich nicht die feine Art! Aber es hat noch nie ein Physiker bewiesen, dass die Vergangenheit unlöschbar ist. Es ist auch gar nicht beweisbar. Wir beschreiben die Realität, wie unser Bewusstsein sie erlebt, aber nur, wie es sie jetzt in diesem Augenblick erlebt! Selbst wenn Katzenfeind das Ergebnis notiert hätte, hätten sich auf dem Papier zwei Möglichkeiten überlagert. |
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Ein Mensch und ein Alien blicken gleichzeitig auf
die Katze. |
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Unsere beiden Physiker waren gezwungen, sich auf eine gemeinsame Realität zu einigen, entweder, indem sie Zug um Zug Eindeutigkeit in ihrem Bewusstseinszentrum schaffen, oder indem sie sich von Seele zu Seele im Seelenraum verständigen. Bei einer Begegnung mit einem Besucher von einem fremden Planeten ist dieser Zwang nicht gegeben. Im Gegenteil, der Gastgeber und sein Gast müssen sich Mühe geben, eine gemeinsame Welt zu erleben. Jeder kann auf dem Planeten des anderen landen und den Eindruck gewinnen, dass dort nie Leben entstanden sei. Wer gemeinsame Erlebnisse mit Aliens genießen will, muss sich mit ihnen im Seelenraum verabreden und sich auf eine zeitlich begrenzte Szene und das dort ablaufende Geschehen einigen. |
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Eine Anfängerseele schaut in einer Übungswelt nach
der Katze. |
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Wer Neuling im Umgang mit Raytracia ist, wird zunächst in einer einfachen Version für Anfänger üben, eine Seele zu steuern. Dort gibt es speziell für Einsteiger geeignete Seelen, die sich nicht so stark mit dem Bewusstseinszentrum des Raytracia-Menschen verbinden, dass dort Eindeutigkeit herrschen muss. Ähnlich wie eine Tierseele erlebt er mehrere Fortsetzungsmöglichkeiten des Geschehens und trifft bewusst Entscheidungen. |
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Eine Seele überprüft die Zukunft der Katze. |
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Die Seele von Katzenfreund ist natürlich eine Seele für Fortgeschrittene. Sie besitzt einen separat gesteuerten Teil, der sich mit dem Thema Zukunft und mögliche Fortsetzungen des aktuellen Geschehens beschäftigt, so dass das Bewusstseinszentrum in der Gehirnseele, das mit dem Bewusstseinszentrum im Gehirn des Raytracia-Menschen verbunden ist, frei dafür ist, eindeutige Erlebnisse zu bekommen und über die Seelenschnittstelle an das Wesen der wirklichen Welt weiterzugeben. Jener separate Teil der Seele analysiert eine große Menge physikalischer Vorausberechnungen, um zu untersuchen, ob die Katze ins weitere Leben von Katzenfreund passt und wie sie sich in seiner Familie aufführen wird, wenn er sie mit nach Hause nimmt. Er erkennt, dass die Katze nicht zu den schon vorhandenen drei Katzen in seinem Haushalt passt und dämpft die aufkommende Zuneigung des Physikers zu der Katze, so dass er von der Idee Abstand nimmt, sie in seine Familie einzugliedern. |
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Dieser Text bringt
einige Rätsel der Quantentheorie mit einer digitalen Raumzeit in Verbindung,
wobei Elementarteilchen Muster von Raumpunkten sind und Kraftfelder
Teilkopien dieser Muster enthalten.
Bestimmtheit, Unbestimmtheit, Unschärfe, das Zusammenbrechen der
Wellenfunktion und das EPR-Paradoxon werden durch diese Vorstellung
anschaulicher. |
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Ein Science-Fiction-Roman ohne Handlung
© Copyright by Andrea E. Kaiser